Das Spiel schliesst jeden persönlichen oder gemeinsamen Ehrgeiz aus.
In persönlicher Hinsicht: Jeder Spieler nimmt Rücksicht auf den anderen, sei er
nun Gegner oder Mitspieler, sei er stärker oder schwächer.
Das Spiel eignet sich für alle Stufen von angeborenen oder erarbeiteten Fähigkeiten.
Gezwungenermassen stehen sich somit Spieler mit unterschiedlichem Können gegenüber.
Gegenseitiger Respekt und Rücksichtsnahme zwingen jeden Spieler, sein Verhalten technisch
und taktisch der jeweiligen Situation anzupassen.
Auf Mannschaftsebene: Ein Resultat -wie immer es auch laute- soll nie einen Einfluss auf
das Ansehen eines einzelnen oder einer Gruppe haben und soll keinesfalls zu Sektentum führen.
Ein Sieg kann Befriedigung und Freude bereiten, darf aber nie in überheblichem Stolz ausarten.
Gewinnen soll eine Aufmunterung sein. Siegerstolz jedoch trägt in seinem Keim den Kampf nach
Ruhm, was wir als Quelle von Streitigkeiten auf allen Stufen ablehnen.
Tchoukball bedingt eine ständige Unterordnung im Mannschaftsspiel, eine fortwährende Überwachung
des zirkulierenden Balles, sowie eine sachliche und einfühlende Beobachtung der Spieler. Die persönliche
Unterordnung besteht in der individuellen Teilnahme am Spielgeschehen. Sie hat zur Folge, dass im Spiel
verschiedenartige Charaktere aufeinander treffen:
Sinn des Zusammenspiels: Es kittet die Spieler zusammen; es ermöglicht, deren
Eigenschaften zu beurteilen und zu schätzen; es fördert den Geimeindschaftssinn in den
Bemühungen der kleinen Gruppe.
Einstellung auf den "Gegner" dem man eine geeignete Spielweise gegenüberstellen muss,
die jedoch nie und in keiner Weise feindlich sein darf.
Das wichtigste Ziel eines jeden soll das schöne Spiel sein. Eine allgemeine Erfahrung
beim Sport ist im Leitwort beschrieben "Schönes Spiel ruf nach schönem Spiel".
Diese Einstellung ist die Grundlage für die zwischenmenschliche Wirkung des Tchoukballs.
Sie ermöglicht das Streben nach Perfektion bei Vermeidung von negativen Handlungen dem Gegner
gegenüber.
Das ist nicht nur eine Spielregel, sondern ein Grundsatz für eine dauerhafte Basis sozialen Benehmens.
Das Ziel ist es also die Vermeidung von Konflikten. Die Idee von "Fair Play" wird nicht nur verwirklicht,
sonder übertroffen. Es sind nicht Konzessionen dem Gegner gegenüber, sonder gemeinsame Aktionen, welche
die Mannschaften einander näherbringen, wobei das schöne Spiel der einen das schönen Spiel er anderen
Mannschaft ermöglicht.
Durch die körperliche Betätigung wird das Spiel zu einer zwischenmenschlichen Begegnung:
Alle beteiligen sich an der Ausführung; der Bessere übernimmt die Aufgabe, den weniger Guten zu fördern.
Es gibt also keine eigentliche Meisterschaft, sondern mehr ein Streben nach Perfektion.
Wenn man sagt "Der bessere soll gewinnen", so soll man darunter denjenigen mit der besseren Vorbereitung
verstehen. Es ist daher begründet, dass sie erzielte Resultate des Aufwands jedes einzelnen und der
gesamten Mannschaft belohnen.
In diesem Rahmen kann und soll ein Sieg berechtigte Befriedigung bringen, jedoch unter gleichzeitiger
Achtung des Gegners.
Ein Sieg soll beim Gegner nicht ein Gefühl von Erniedrigung hervorrufen, sondern den Wunsch, es ebenso
gut zu tun. Die Gewinner müssen sich bemühen, dieses Verlangen zu wecken. Eine gesunde Befriedigung
seitens der Gewinner ist wie ein Händedruck, mit dem man den Gegner zu weiterem wirkungsvollem Training
ermutigt.
Aus diesem Grund soll der Begriff "Sieger" durch die bescheidenere und besser geeignete Bezeichnung
"Gewinner" ersetzt werden.
Spielen um sich zu vervollkommnen: Jede Tätigkeit im Spiel soll diese Zeil einschliessen und anstreben.
Unter dieser These soll jeder Anlass im Tchoukball stattfinden, vom kleinsten Freundschaftstreffen bis
zur ernsthaften Spitzenbegegnung..
Man muss die moderne olympische Einstellung wegen seiner Scheinheiligkeit und seinem übertriebenen Nationalismus verbannen